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Bäume und Büsche auf dem Paddocktrail

Heute möchte ich mal wieder etwas über die „Ausstattung“ unseres Paddocktrails berichten. Viele interessiert es ja doch, wie es ist, wenn die Herde inmitten von allerlei Grünzeug lebt. ;)

Als wir den Hof übernommen und den Trail geplant haben, habe ich mir erst einmal fachkundiger Rat eingeholt. Ich kenne mich zwar mit vielen Pflanzen halbwegs aus, aber ich wollte natürlich auf Nummer sichergehen. Was wächst denn bei uns nun genau und ist es verträglich für Pferde? Mit einem Biologen bin ich also lange vor dem Einzug der Pferde das für die Herde zugängliche Gelände abgegangen und der Fachmann gab Entwarnung: keine schädlichen Pflanzen zu entdecken. Das war natürlich eine Erleichterung, denn es hätte viel Arbeit bedeutet, potenziell gefährliche Bäume und Büsche zu entfernen.

Rund um und auf dem Trail wachsen bei uns die unterschiedlichsten Bäume und Büsche. Da gibt es Birken, Heckenrosen, Brombeeren, Holunder, Eschen, Buchen, Weißdorn und vieles mehr. Im Grunde das ganze Jahr über bilden diese eine Bereicherung des Speiseplans der Pferde. Während im Frühjahr und Sommer einige Blätter beliebt sind, werden im Herbst und Winter vor allem die Rinde sowie kleinere Äste fleißig benagt. Herabfallende Blätter im Herbst oder Blütenstände im Frühjahr werde auch gern von den Pferden gefuttert. Glücklicherweise, denn so spart man sich die Arbeit des Laubharkens und die Bitterstoffe sind wichtig für den Stoffwechsel der Pferde.

Eines muss ich jedoch zugeben: Ich habe völlig unterschätzt, dass unsere Pferde anscheinend weitläufig mit Nagetieren verwandt sind. Es ist teilweise wirklich „heftig“, wie schnell sie einen Baum komplett „zerlegen“ können. Einige jüngere Bäume haben das dann auch leider nicht überlebt. Was also tun? Teilweise haben wir kleinere Baumgruppen ausgezäunt, da die Schäden an der Rinde einfach zu stark waren und letztendlich zum Verlust der Bäume geführt hätten. Doch so richtig gefiel uns diese Lösung nicht, denn die Pferde sollen und dürfen ja grundsätzlich drangehen. Solche Varianten wie Kaninchendraht und Co. Haben wir direkt wieder verworfen. Die Gefahr, dass der Draht zerbissen wird und schlimme Verletzungen entstehen, war uns einfach viel zu groß. Dann habe ich so ein sauteures Zeug gekauft, nennt sich Biberschutzfarbe. Das ist ein flexibler Kleber, die sich ein bisschen wie Latex anfühlt und dem Sand zugesetzt ist. Tja, die Pferde fanden es super zum schubbern und haben trotzdem munter an der Rinde geknappert. Also das war auch nicht die Lösung. Inzwischen haben wir die für uns momentan praktikabelste Lösung gefunden: Wir haben die einzelne Bäume mit Staketenzäune umwickeln. Ist eine langwierige und nervige Arbeit, aber dank der tollen Unterstützung durch die Stallgemeinschaft sind jetzt die Baumrinden geschützt.

Eine kleine Baumgruppe haben wir weiterhin ausgezäunt, da die Pferde dort nicht nur die Rinde benagen, sondern vor allem die Wurzeln. Ja, auch die scheinen teilweise sehr schmackhaft zu sein. Gemeinsam wird fleißig gescharrt und dann mit Hingabe an den Wurzeln geknabbert. Das ist natürlich das Todesurteil für jeden Baum, deshalb musste an der Stelle die Umzäunung bleiben. Jetzt kommen die Pferde nur an die überhängenden Zweige und Äste.

Ein weiterer Vorteil von Büschen und Bäumen auf dem Trail: Sie strukturieren die Fläche, man kann Laufwege mit ihnen gestalten und gleichzeitig habe ich natürliche Schattenspender. Gerade an den Grundstücksgrenzen bieten Hecken mit Brombeeren und anderen pieksigen Gesellen zudem einen natürlichen Schutz vor allzu neugierigen und manchmal verantwortungslosen Spaziergängern. Ein freilaufender Hund ist auf der Weide ebenso wenig beliebt wie irgendwelche alten Brote, die über den Zaun geworden werden. Da unsere eine Grundstückseite direkt an einen Feldweg grenzt, haben wir dort wirklich alles sehr wild wuchern lassen.

Bei Neupflanzungen bietet es sich an, diese in Gruppen anzulegen. Gerade junge Pflanzen müssen natürlich geschützt werden, damit sie überhaupt eine Chance zum Wachsen haben. Eine Baum- oder Buschgruppe ist deutlich leichter auszuzäunen als einzelne Bäume oder Büsche. Wenn die Pflanzen dann größer und robuster sind, kann die Umzäunung häufig wieder entfernt werden.

Vor Dornen muss man nach meiner Erfahrung übrigens keine Angst haben. Sei es bei den Brombeeren, dem Weißdorn oder den Heckenrosen: Die Pferde sind unglaublich geschickt darin, sich die Hagebutten oder Blätter zu holen. Keine Ahnung, wie sie das hinbekommen. Aber Verletzungen dadurch habe ich bisher noch nicht erlebt.

Ich finde es enorm wichtig, dass die Pferde Zugang zu unterschiedlichsten Bäumen und Büschen haben. Trotzdem sollte man sich bewusstmachen, dass das auch Arbeit mit sich bringt. Morsche Äste müssen entfernt werden, damit es beim nächsten Sturm nicht zu Unfällen kommt. Zweige die in den Elektrozaun hängen, müssen regelmäßig gekürzt werden. Doch die Mühe lohnt sich, denn die Pflanzen tragen meiner Meinung nach sehr zur Lebensqualität für die Pferde bei. Außerdem sind Bäume, Büsche und Hecken Brut- und Lebensraum für ganz viele andere Tiere. Das ist ein weiterer positiver Aspekt.

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