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Der Einsatz von Grünkompost im Pferdestall

Heute möchte ich von meinen Erfahrungen mit dem Einsatz von Grünkompost berichten. Wir nutzen diesen seit rund vor Jahren in den Liegehallen des Paddocktrails. Und wir sind bisher sehr zufrieden mit dieser „Matratze“ für die Pferde.

Vielleicht zuerst eine kurze Zusammenfassung, was das überhaupt für ein Material ist. Hergestellt wird es ausschließlich aus Grüngut (zum Beispiel Laub, Äste). Wir allen kennen ja unseren Komposthaufen im Garten, der u.a. zusätzlich mit Kaffeesatz, Obst- und Gemüseresten etc. „gefüttert“ wird. Diese Dinge sind im Grünkompost nicht enthalten. Auch keine Überbleibsel aus Kläranlagen. Über eine ausreichende Temperatur- und Zeiteinwirkung während der Kompostierung wird sichergestellt, dass Giftpflanzen wie Jakobskreuzkraut oder Herbstzeitlose vollständig verrottet sind und Pflanzengifte nicht von den Pferden aufgenommen werden können.

Wir nutzen von Beginn an den Grünkompost der Firma TerrCheval. Ist gibt andere Hersteller, zum Beispiel örtliche Kompostierungsanlagen, doch da wir bis heute mit der Qualität von TerrCheval sehr zufrieden sind, haben wir noch keine anderen Hersteller ausprobiert.

Die beiden Liegehallen wurden mit einer relativ dicken Schicht von 30 bis 40cm eingestreut. Darunter ist Naturboden, der allerdings durch die vorherige Nutzung des Grundstücks bereits ziemlich verdichtet war. Nach ca. zwei Jahren mussten wir Material auffüllen. Der Kompostierungsprozess läuft ja weiter, dadurch verrottet die Einstreu mit der Zeit und die vielen Hufen tragen zudem immer ein wenig Material hinaus. Die Pferde haben den Untergrund sofort sehr gern zum Liegen und Wälzen angenommen. Daran hat sich bis jetzt nichts geändert.

Wo liegen nun die Vor- und Nachteile gegenüber anderer Einstreu?
Im Gegensatz zu Späne und Stroh ist Grünkompost deutlich günstiger. Da man diesen längst nicht so oft wechseln muss. Dadurch fällt natürlich auch die Entsorgung weg. Der Grünkompost entsorgt sich mit der Zeit durch die Verrottung quasi selbst. Das ist für uns ein absoluter Vorteil, denn es spart Zeit und Geld.

Der Untergrund lässt sich gut von den Pferdeäpfeln befreien und was wirklich mit das Beste ist: Es ist kein Uringeruch wahrnehmbar! Wir nehmen die nassen Stellen nicht raus, sondern überlassen den aktiven und fleißigen Bakterien im Kompost die Arbeit. Diese nutzen den Urin als Nahrungsquelle.

Doch es gibt nicht nur Vorteile. Ein klarer Nachteil ist die Staubentwicklung bei Trockenheit. Deshalb stellen wir im Sommer regelmäßig einen Gartensprenger hinein, um die oberste Schicht zu bewässern. Da die Liegebereiche überdacht sind, werden höchstens die Randbereiche mal vom Regen erreicht. Da müssen wir es dann künstlich regnen lassen. Diese Zeit muss man sich dann nehmen. Wobei es einige Pferde richtig toll finden, wenn der Regenspender aktiviert wird und gleich die Möglichkeit für eine Abkühlung nutzen.

Wenn die Temperaturen im Winter unter den Gefrierpunkt sinken, friert leider irgendwann auch der Grünkompost ein. Vorbei ist es dann mit der bequemen Liegefläche für die Pferde. Um das zu verhindern, bringen wir im Herbst immer eine Schicht (acht bis zehn Zentimeter) Holzhackschnitzel auf. Diese erschweren leider das Apäppeln etwas, aber eine andere Lösung ist uns bisher nicht eingefallen. Im Laufe der Zeit verrotten die Holzhackschnitzel ebenfalls und werden irgendwann Teil des Komposts. Die Holzhackschnitzel mindern auch die Staubbelastung, was wiederum ein Vorteil ist. Deshalb gilt es abzuwägen, wie oft und in welcher Menge man diese aufbringen möchte.

Wenn der Grünkompost neu aufgefüllt wird, muss man schon zwei Wochen mit dem typisch säuerlichen Geruch des Material leben. Das ist jetzt nicht unbedingt ein Nachteil, manche Nasen finden es nur etwas unangenehm. Der Geruch ist ähnlich wie bei frischem Rindenmulch. Übrigens: Es stört höchstens die menschlichen Nasen. Die Pferde gehen sofort wieder hinein, sie interessiert es also überhaupt nicht. Manche Pferdebesitzer sind von der dunklen Farbe im Fell ihres Pferdes auch nur mäßig begeistert. ;) Ja, es stimmt, mit dem graubraunen Schimmer im Fell muss man klarkommen. Aber normales Putzen reicht aus, um das Pferd im neuen Glanz erstrahlen zu lassen. Außer man hat einen nassen Schimmel, der sich genüsslich im Grünkompost gewälzt hat. Ich gebe zu, da muss man mehr Energie investieren. Aber Hauptsache, der Vierbeiner fühlt sich rundum wohl, oder?

Mein Fazit: Ich habe die Entscheidung, Grünkompost als Einstreu für die Liegebereiche zu nutzen, bisher nicht bereut.

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