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Warum einhändig reiten?

Alles im Griff?

Was Du beim Einhändig-Reiten lernen kannst

Autor: Denra Dürr, Intelligent reiten

Wenn du daran interessiert bist, Deine Reiterei dahingehend weiterzuentwickeln, dass Deine Handeinwirkungen feiner und weniger werden, dann kann ich dir das Einhändige-Reiten wärmstens empfehlen.

Wir sind es gewohnt, zu handeln und alles im Griff und unter Kontrolle zu haben. Dies ist auch in der Reiterei offensichtlich.

Für mich gibt es eine Art Hierarchie unter den Hilfen: An erster Stelle steht das Sitzzentrum. Es ist die Basis aller Hilfen und die Schaltstelle zwischen Bein und Hand. Dann folgt das Bein mit seinen vielen Einsatzmöglichkeiten und erst zuletzt die Hand.


Du kannst Dir diesen Artikel auch als Podcast anhören!

Die Hand ist für das Feine und den letzten Schliff gedacht

Durch das Einhändige-Reiten, also beide Zügel mit einer Hand zu führen, werden dir 50 % deiner Hand-lungsmöglichkeiten genommen. Wenn du dies zum ersten Mal machst, kann sich daher eine gewisse Hilflosigkeit und ein Gefühl des Kontrollverlustes bemerkbar machen. Doch nach einer Weile beginnst du (und dein Körper) nach Möglichkeiten zu suchen, wie diese eingeschränkte Handlungsfähigkeit ausgeglichen werden kann.

Bald wirst du merken, dass ein Teil des Rätsels Lösung in deinen Beinen, besonders aber in deinem Sitzzentrum zu finden ist. Hast du diese Entdeckung einmal gemacht, beginnt ein hochspannendes Balancespiel! Ist Reiten mit zwei Händen schon ein Balanceakt auf schmalem Grat, ist es nun mit einer Hand wie Balancieren auf dem Seil.

Alle Schwankungen und Entgleisungen der Schulter oder der Hinterhand deines Pferdes werden augenblicklich und schonungslos spür- und sichtbar. Das siehst du im Video (am Ende dieses Beitrages) sehr gut.

Wollen wir nun diesen Gleichgewichtsverlust mit der einen Hand retten, die uns zur Verfügung steht, stehen wir auf verlorenem Posten. Es wäre bildlich gesagt, als ob der Flötenspieler das Orchester am Auseinanderbrechen hindern wollte. Doch dies ist nicht der Job des Flötisten, sondern des Dirigenten, also des Sitzzentrums.

Wer ist hier der Dirigent?

Auf meiner Homepage findest du dazu zwei Artikel:

Viel effizienter ist es, mit unserer vertikalen Aufrichtung, dem Schwerpunkt in unserem Becken und mit Bein und Bügeltritt zu arbeiten. Ein ruhiger, aber aktiver Schritt, bis hin zum Schulschritt ist ideal dafür, um dich mit dieser Art des Reitens vertraut zu machen.

Warum im ruhigen, aktiven Schritt?

Du erinnerst dich vielleicht noch daran, wie du Fahrradfahren gelernt hast; das Schwierigste an der Sache war nicht das Fahren an sich, sondern das Anfahren und das Anhalten, denn da hattest du keinen Vorwärtsschwung. Je langsamer du gefahren bist, umso anspruchsvoller war es, die Balance zu halten. Es gibt FahrradfahrerInnen, die bei einer Rotampel keinen Fuss auf den Boden stellen müssen. Sie haben ihr Gleichgewichtsgefühl entwickelt. Wenn das Velo dann mal wieder gefahren ist, war Gleichgewichthalten keine grosse Sache mehr.

Dies ist für mich einer der Hauptgründe, weshalb achtsames, aktives Schrittreiten bis hin zum Schulschritt, einen festen Platz in der täglichen Arbeit, aber auch im Unterricht hat. Beim Pferd fördert es das Gleichgewicht von innen heraus. Durch diese ruhige Arbeit wird es hellhörig und sehr konzentriert. Es lernt aktiv zu warten und nimmt dabei jedes Signal unsererseits viel sensibler wahr.

Leichtigkeit beim Reiten erfahren

Im Unterricht kann ich die Schülerin oder den Schüler über den Schulschritt am einfachsten an die Schlüsselerfahrung des „gemeinsamen Gleichgewichtes“ heranführen. Für viele ist dies dann eine ziemlich grosse Offenbarung, weil plötzlich Leichtigkeit beim Reiten erfahrbar wird.

Mit der Zeit und Übung wird dein Schwerpunkt, dein Bein und der Bügeltritt instinktiv herausfinden, was wann und in welchem Masse getan werden muss, um euer gemeinsames Gleichgewicht beizubehalten oder - wenn verloren gegangen - wieder herzustellen. Dein Pferd wird dir dabei stets direkte Rückmeldung geben.

Ich wünsche ich dir viel Freude und Erkenntnisse beim Forschen!

Melde dich, wenn ich dir behilflich sein kann.

Denra

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