Verbindung und Herz | 4my.horse

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Verbindung und Herz

Verbindung und Herz

Verbindung – der Grund weshalb ich mein Pferd Hummer damals gekauft habe und ihn vor 11 Jahren von Montana in die Schweiz gebracht habe.

Marina mit ihrem Pferd

Ich hatte einen Unfall mit Hummer auf der Ranch, Panels für Roundpens lagen verdeckt im hohen Gras, da wo wir darüber geritten sind. Hummer hat sich erschrocken, sprang zur Seite und ich fiel runter. Ein kaputtes Handgelenk und ein Gips hielten mich mehrere Wochen vom Reiten, aber nicht von den Pferden ab.

Während fünf Wochen ging ich jeden Tag mit Hummer spazieren und wenn möglich auch joggen. So konnte unsere Beziehung wachsen. Vor meiner Rückkehr in die Schweiz fragte eine Kollegin:

Weshalb nimmst Du Hummer nicht mit, ihr habt doch so eine starke Bindung zu einander?

Die Idee erschien mir verrückt, aber ich habe auf mein Herz gehört und ihn in die Schweiz gebracht. Ich hatte keine Vorstellungen von dem, was wir zusammen erleben würden, wusste nur, dass wir es gut haben werden. Erst nach vielen Jahren merkte ich, wie wichtig dieser Grundsatzentscheid war – in erster Linie entstand eine Freundschaft, eine wahre Verbindung von Herz zu Herz.

 

Ich habe ihm viel Zeit gelassen, denn ich wusste, dass wir ein Leben lang zusammen sein werden. Es war egal, ob wir heute oder morgen links angaloppieren konnten. Anfangs habe ich vermehrt mit Druck gearbeitet und meinte, die Chefin sein zu müssen. Mit der Zeit fing ich an so zu führen, dass er sich mir freiwillig anschloss und kaum mehr Druck nötig war. Hummer begann meinen Aufforderungen nach zu kommen, weil er es von sich aus wollte, weil er Freude dran hatte und so entstanden die Losgelassenheit und Leichtigkeit in allem, was wir tun. Ich gehe zwei bis drei Mal im Monat mit Hummer joggen. Er könnte jeder Zeit schneller traben oder sich losreissen aber er bleibt bei mir und das Seil hängt durch.

Im Alltag versuche ich, Hummer eine eigene Meinung zuzugestehen. Manchmal möchte er nicht von der Weide kommen und ich respektiere dies, da ich weiss, dass er dafür an den meisten Tagen umso motivierter ist und mit viel Freude mit mir zusammenarbeitet.

Beim pferdegestütztes Coaching ist es für mich sehr wichtig, ein Pferd zu haben, welches immer mitteilt, wie es sich gerade fühlt.

Auch wenn ich meine Pferde nicht für diese Arbeit einsetzen würde, finde ich, in einer Partnerschaft sollten alle Parteien mitreden können. Die Angst, dass es vom Pferd ausgenutzt wird, kann ich aus meiner Erfahrung nicht bestätigen. Im Gegenteil: eine Beziehung wird durch Geben und Nehmen nur verstärkt.

Pferde haben ein grosses Herz und sind bereit es zu zeigen, wenn wir ihnen den Freiraum dazu geben, sich selbst zu sein.

Marina Parris mit Hummer

 
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