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Respekt und Mitdenken

Unsere Körpersprache soll spiegeln, was wir vermitteln möchten

Dieser Artikel ist zuerst im Schweizer Reitmagazin Passion 1 2017 erschienen.

Vertrauter Umgang

Maya Kellenberger wohnt im schweizerischen Oberhasli im Kanton Zürich. Ihre vielseitigen Kurse bei ­Pferdeprofis im sicheren ­Umgang mit ­Pferden und die Ausbildung als diplomierter Mentalcoach und Tiertherapeutin geben ihrem Unterricht eine ganz besondere Mischung und Note.

Sie ist eine offene, begeisterungsfähige und positive Frau, die immer an das Gute glaubt von Mensch und Tier. «Meiner Meinung nach wird in der Kommunikation mit den Tieren unsere eigene Wertschätzung, unser Selbstvertrauen und unsere Überzeugung gespiegelt. Je lockerer und klarer wir unser Bild hinüberbringen, umso schneller lernt das Tier. Deren Kommunikation findet auf mentaler und körperlicher Ebene statt. Es ist wie Autofahren, es braucht die Theorie und das praktische Lernen», erklärt Maya Kellenberger und ergänzt: «Ich kann jemandem noch so gut erklären, wie er Autofahren solle, das Körpergedächtnis braucht auch die praktische Übung

Die Gedanken in die gewünschte Richtung zu lenken, daran arbeitet sie genauso wie alle anderen Menschen. Es ist eine tägliche Selbstkontrolle. «Heute gehe ich mit Fehlern, die mir passieren, anders um. Wenn ich mich früher dafür verurteilt habe, sage ich heute: interessant, was könnte ich das nächste Mal tun, damit mir die Situation noch besser gelingt? Hauptsache, ich habe mein Bestes gegeben. Mehr geht nicht.» Die 56-Jährige vermeidet auch jede Form von Negationen, da das Unterbewusstein diese nicht versteht. Sie sagt lieber zu ihrem Pferd oder Hund «bleib bei mir» anstelle von «renn nicht weg». Oder ein weiteres Beispiel: Denk nicht an einen rosa Elefanten und schon erscheint er vor dem inneren Auge.

Was ist eine gute Kommunikation?

Maya Kellenberger schöpft aus ihrem Erfahrungsschatz und erachtet die positive innere Einstellung, also die innere Ruhe, Selbstsicherheit und die ruhige Atmung, wie man an das Tier herangeht als sehr wichtig: «Pferde und Hunde spüren aus einer Distanz von 100 Metern bereits, wie der Mensch drauf ist und sie können meiner Meinung nach unsere Gedanken lesen. Ein Tier spürt, ob ich ruhig oder gestresst bin, ob ich in Gedanken ganz bei ihm bin, am Handy oder bereits beim nächsten Termin. Tiere nehmen meine Bewegungen war und unterscheiden zwischen ruhig und locker oder hektisch und angespannt.»

Maya Kellenberger ist zudem überzeugt, dass alles, was wir Menschen aussenden, in irgend einer anderen Form wieder zu uns zurückkehrt (das Gesetz der Resonanz und das Gesetz der Anziehung / Glückspilz oder Pechvogel).

Nach einer eigenen, negativen Erfahrung, beschloss Maya Kellenberger, alles aus der Ruhe heraus anzugehen, sich Pausen zu erlauben und grosszügiger mit sich selber zu sein. Dies wirkte sich auch auf ihre Arbeit mit den Pferden aus, welche ihre innere Einstellung widerspiegeln. «Anstatt nur zu fordern, stelle ich dem Reiter und dem Pferd häufig eine Frage, wie z.B. kannst du es noch feiner, präziser und schöner ausführen? Die guten Resultate sind so auf Motivation, anstatt Druck aufgebaut. Die Körpersprache soll mit dem übereinstimmen, was wir hinüberbringen und aussagen möchten», betont die Trainerin.

Vorführung Bodenarbeit

So fein wie möglich und so streng wie nötig

Maya Kellenberger arbeitet mit verschiedenen Stufen, so wird sie berechenbar für das Pferd. «Bevor es gefährlich wird, ist es manchmal auch nötig, die Stufe 3 anzuwenden, um nachher wieder ganz fein fragen zu können», erklärt sie. Die erste Stufe ist der Gedanke, das Wort. Die zweite Stufe beinhaltet ein Signal aus der Distanz und die dritte Stufe ist eine neutrale Berührung als feine Aufforderung. Sie stellt dem Pferd Fragen, anstatt nur zu fordern:

  • Kannst du diese Aufgabe bereits bei Stufe 1 ausführen?
  • Kannst du diese Aufgabe solange ausführen, bis ich etwas Neues frage?
  • Kannst du mit meiner Körperenergie schneller gehen und wieder anhalten, wenn ich ausatme?
  • Mach nicht, dass ich dich mit der Gerte berühren muss.
  • Kannst du dich selber tragen und rund gehen, auch bei den Übergängen?

Maya Kellenberger

Vermitteln zwischen Pferd und Mensch

«Wenn wir nur immer drohen und nicht durchziehen, was wir aussagen möchten, werden wir unglaubwürdig und das Pferd nimmt uns nicht mehr ernst. Kind, Pferd oder Hund merken unsere Schwachpunkte sofort und spielen damit. Das Pferd sollte spüren, dass ich es für das Tier tue und nicht aus dem Ego heraus handle. Derjenige, welcher die besseren Lösungen hat, gewinnt das Spiel. So ist das oft auch im Leben», meint Maya Kellenberger.

Tiere können ihre Emotionen, wie wir, auf verschiedenste Weise ausdrücken. Sie freuen sich, haben Angst, sind traurig, eifersüchtig und ärgern sich. Die Kunst ist es, sie zu motivieren, ihnen Vertrauen zu geben, sie richtig zu lesen und verstehen zu können und danach zu handeln.

Maya Kellenberger sieht sich als Vermittlerin zwischen Mensch und Tier. Sie spürt in das Tier hinein und erklärt dem Menschen auf humorvolle Weise, wie es aus der Sicht des Pferdes aussieht: «Dies ist der wichtigste Teil meiner Arbeit. Bei meinen Vorführungen in Pferdekommunikation nehme ich die Zuschauer mit in meine eigene Welt und die Teilnehmer können auch aktiv mitmachen.»

Maya Kellenberger bietet Motivations- und Führungstraining an, aber auch Verladetraining, Freiheitsdressur, Zirkuslektionen, mentale Unterstützung und energetische Arbeit für Mensch und Tier. Die innere Ruhe und Sicherheit im Umgang mit Pferden und beim Reiten sind ihr wichtig. Sie kombiniert dazu gerne Yoga, dies sogar in Form einer speziellen Woche im Herbst auf Ibiza. 

 

Feines Hängerverladen

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