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Der freie Zugang zu frischem Wasser

Meine Gedanken zum Tränken unserer Pferde

Pferde durchqueren einen Bach

Vor einiger Zeit wurde ich gefragt, was ich davon halte, wenn Pferde keinen freien Zugang zum Wasser haben und sie stattdessen zur Tränke geführt oder mit dem Eimer getränkt werden.

Hier meine Gedanken dazu:

Ich kann sehr gut verstehen, dass diese Art des Tränkemanagementes (Wasser) in unseren Breiten und unserer Zeit sehr kontrovers beurteilt werden kann.

Ich möchte hier ein paar Fakten dazu aufzeigen

  • Der Tränkeautomat wurde erst in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts erfunden
  • Bis dahin wurde die Pferde am Brunnen oder mit Eimern getränkt
  • Nur bei Weidegang hatten sie freien Zugang zum Wasser (Bach oder Brunnen)
  • In der Pferdeliteratur aus der Zeit um die Jahrhundertwende des 19. - 20. Jahrhundert wird für unsere Breiten empfohlen, die Pferde 2 – 3 mal täglich zum Wasser zu führen oder mit Eimern zu tränken.
  • Die Literatur besagt auch, dass in bestimmten Regionen der Welt (Steppen) die Pferde nur 1 mal täglich betränkt wurden, im Winter gegen 14:00 Uhr, im Sommer nach Sonnenuntergang. Es soll Beduinenstämme gegeben haben, welche nur alle 48 Stunden tränkten.
  • Pferde im Militärdienst wurden in Deutschland/Österreich/Ungarn/Polen usw. nur 2 mal täglich getränkt.
  • Arbeitspferde in der Landwirtschaft, Transportwesen/Postunternehmen 3 mal täglich.

Weder die Armee noch das Transportwesen oder die Postkutschenunternehmen waren daran interessiert, ihren Pferden zu schaden. Jeder war darauf bedacht, die Pferde gesund und arbeitsfähig zu erhalten. Und dies so viele Jahre wie nur möglich, denn Pferde waren ein Kapital.

Es scheint, dass diese Art des Tränkemanagements sich für viele Jahre bewährt hat und die Pferde dabei gesund geblieben sind.

Auch die Wildpferde in bestimmten Regionen dieser Erde gehen meist nur 1 mal täglich zur Tränke, in sehr trockenen Gegenden nur alle 2 Tage.

Fazit

Wir können unser Pferd an bestimmte Systeme gewöhnen und es geht ihnen gut dabei.

Wichtig ist, dass sie genügend Wasser bekommen und nicht nach welchem System.

  • Durchschnittlicher Wasserbedarf eines Warmblüters in unseren Breiten ist 30 – 60 Liter pro Tag.
  • Ein altes Armeereglement spricht von 15 – 30 Liter pro Tag.
  • Variablen sind natürlich die Fütterungsart, trocken, nass oder grün.

Tränken und Füttern als Teil des Rapportes und der Interaktion mit unserem Pferd

Wenn ich 3 – 4 mal täglich mein Pferd aus dem Eimer tränke und 2 mal das Kraftfutter bringe und bei dem Pferd stehen bleibe, bis es ausgefressen oder getrunken hat, so kann das meine Beziehung zu meinem Pferd entscheidend verändern.

Pferde am Wasserplatz

Überlegen wir uns doch einmal, was wir für eine Meinung hätten von jemandem, der uns nur arbeiten lässt und uns danach nicht bezahlt!

Wenn wir nur erscheinen, wenn wir etwas von unseren Pferden wollen (Arbeit), kann das schon mal die Meinung verändern, welche unsere Pferde von uns haben.

Wenn wir 3 mal täglich tränken, 2 x tägl Kraftfutter füttern und 1 x Reiten, dann haben wir unser Pferd 6 – 7 mal besucht und nur 1 x davon etwas von ihm verlangt smiley Wenn ich ein Pferd wäre und diese Person auftaucht, würde ich mich freuen - und dies tun Pferde auch.

Wie ich die ganze Geschichte gestalte hängt viel von der Pferdepersönlichkeit ab. Left Brain verlangen nach einer anderen Art und Weise als Right Brains. In beiden Fällen kann es die Beziehung verbessern, wenn ich es richtig mache und die richtige Einstellung habe!

Egal was ich mache, es ist das WIE und mit welcher EINSTELLUNG

Quellennachweis:

Das Buch vom Pferde, Wrangel, C. G. Graf:

Das Pferdebeschaffungswesen in der Bayerischen Armee von 1880-1920 an Hand der Akten des Kriegsarchives in München

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