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Athos von Mars - Ritt in den Tod

Athos von Mars

Von Wien nach Berlin – ein Ritt in den Tod

Autorin: Monika Mansour

1892 wurde der Distanzritt geboren. Es war ein Wettstreit zwischen der deutschen und österreichischen Kavallerie. Der sportliche Anlass sollte die neu verbündeten Heere zusammenschweißen, dabei ritten die Wiener nach Berlin und die Preußen nach Wien, auf einer Strecke von rund fünfhundertsiebzig Kilometern. Über zweihundert Reiter stiegen in die Sättel.

Auf die Gesundheit der Pferde nahmen die Teilnehmer wenig Rücksicht, es ging einzig um reiterliches Können, Siegeswillen und Ehre. Auch das hohe Preisgeld von über zwanzigtausend Mark für den Sieger und viele weitere verlockende Preise ließen das Wohl der Tiere vergessen. Bei heutigen Distanzritten werden die Pferde zwischen den Etappen tierärztlich untersucht, damals waren Reittempo, Ruhepausen und die Wahl der Route den Reitern überlassen.

Diesen ersten Distanzritt gewann der österreichische Oberleutnant Wilhelm Graf Starhemberg auf seinem neunjährigen schwarzbraunen Wallach Athos von Mars, einem englisch-ungarischen Halbblut. Als Vierjähriger sollte er Hindernisrennen laufen, verweigerte aber regelmäßig und kam nie ins Ziel. Das widerspenstige Springpferd nutzte man schließlich als ein verlässliches Front- und Gebrauchspferd in der Armee.

Athos war ausdauernd, hart im Nehmen und besaß die besten Voraussetzungen für den langen Ritt. Er legte unter Starhemberg die fünfhundertsiebzig Kilometer in einer Gesamtzeit von nur einundsiebzig Stunden und sechsundzwanzig Minuten zurück, wovon ihm sein Reiter nur elf Stunden Ruhezeit gönnte! Der zähe Wallach lief für Starhemberg in den Tod. Nur wenige Tage nach dem Zieleinlauf verendete er an totaler Erschöpfung.

Auch die zweitplatzierte Stute Lippspringe überlebte den Ritt nicht. Sie torkelte ins Ziel und brach zusammen. Da half auch das in Cognac getränkte Brot nicht, dass der deutsche Reiter Leutnant Reitzenstein ihr kurz vor dem Ziel noch zu fressen gab.


Tipp: E. von Naundorff dokumentierte diesen Metzelritt in seinem Buch »Der Große Distanzritt Berlin–Wien im Jahre 1892«, welches noch heute als Nachdruck erhältlich ist.

Athos von Mars


Ebenfalls aus dem Buch 111 Pferde, die man kennen muss:

Snowman - oder: Wenn der Pferdemetzger leer ausgeht

Snowmans Geschichte ist eine Cinderella-Story. Es ist die Geschichte von einem Underdog, der hoch hinaussprang. Es ist die Geschichte von einer Freundschaft, die keine Hürden kannte und eine Geschichte, bei der Leben und Tod ganz nah beieinander lagen. Hier weiterlesen...


Das Buch

Monika Mansour: 111 Pferde, die man kennen muss

Mit zahlreichen Fotografien

Köln: Emons Verlag 2018

Originalausgabe ISBN 978-3-7408-0444-2 240 Seiten € [D] 16,95 € [A] 17,50


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